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Reverse Crunch: Ausführung für die unteren Bauchmuskeln

So machst du den Reverse Crunch richtig: Becken einrollen statt Beine schwingen. Technik, Fehler und Tipps für deine unteren Bauchmuskeln.

Von Ayoub Farid · · 3 Min. Lesezeit

Wenn du deine unteren Bauchmuskeln bisher kaum spürst, ist der Reverse Crunch genau die richtige Übung für dich. Anstatt die Rippen in Richtung Becken zu ziehen (wie beim klassischen Crunch), rollst du hier dein Becken in Richtung Brustkorb ein. Durch diese Beckenkippung wird vor allem der untere Bereich deines Bauchs gezielt beansprucht.

So machst du den Reverse Crunch richtig

  1. Lege dich rücklings auf den Boden, die Arme liegen flach neben dem Körper, die Handflächen zeigen nach unten.
  2. Hebe deine Beine an, sodass die Knie im 90-Grad-Winkel gebeugt sind und die Schienbeine parallel zum Boden stehen.
  3. Atme aus und rolle dein Becken vom Boden ab, während du die Knie in Richtung Brust führst.
  4. Deine Hüfte sollte sich einige Zentimeter vom Boden abheben; vermeide es, einfach nur mit den Beinen Schwung zu holen.
  5. Senke dein Becken langsam und kontrolliert über zwei bis drei Sekunden wieder ab.

Häufige Fehler

FehlerLösung
Mit den Beinen schwingenDen Kniewinkel fixieren und das Becken bewusst einrollen
Mit den Armen abdrückenHandflächen nur ganz leicht auf dem Boden ablegen
Zu schnell nach unten fallenDie Absenkbewegung langsam und kontrolliert ausführen
Die Hüfte hebt nicht abEine kleine Bewegung genügt, aber das Becken muss abheben

Varianten

  • Leichter: Kleinerer Bewegungsumfang, die Füße setzen zwischen den Wiederholungen kurz am Boden ab
  • Standard: Wie oben beschrieben
  • Schwerer: Auf einer Negativbank, mit fast gestreckten Beinen oder mit Haltepause am obersten Punkt
  • Fortgeschritten: Hängendes Knieheben mit aktivem Einrollen des Beckens (Anleitung)

Sätze und Wiederholungen

Zwei bis drei Sätze mit jeweils 10–15 Wiederholungen sind ideal. Die Übung ist fester Bestandteil in unserem Training für die unteren Bauchmuskeln sowie im Bauchmuskeltraining zuhause.

Reverse Crunch vs. Beinheben

Das klassische Beinheben (Leg Raise) ist für die Bauchmuskeln vor allem eine isometrische Haltearbeit, während die Hüftbeuger die Beine bewegen. Beim Reverse Crunch hingegen wird das Becken aktiv eingerollt, weshalb die meisten Menschen ihre unteren Bauchmuskeln dabei deutlich intensiver spüren. Siehe dazu auch unseren Beitrag über das Beinheben.

Beanspruchte Muskeln

Der Reverse Crunch trainiert den geraden Bauchmuskel (Rectus abdominis) mit spürbarem Fokus auf den unteren Anteil, da die Bewegung über das Becken eingeleitet wird. Der quere Bauchmuskel (Transverse abdominis) und die seitlichen Bauchmuskeln (schräge Bauchmuskeln bzw. Obliques) stabilisieren die Rumpf- bzw. Körpermitte, während die Hüftbeuger lediglich dabei helfen, die Knieposition stabil zu halten. Anders als beim Beinheben übernehmen die Hüftbeuger hier nicht die Hauptarbeit – genau deshalb spüren vieleTrainierende endlich gezielt ihren unteren Bauch arbeiten.

Schneller Technik-Tipp: Das Einrollen verstehen

Wenn du unsicher bist, ob du dein Becken wirklich richtig einrollst, probiere folgendes aus: Lege dich auf den Rücken, winkle die Beine an und stelle die Füße flach auf den Boden. Drücke nun, ohne die Beine zu bewegen, deinen unteren Rücken flach in den Boden, indem du dein Becken leicht nach hinten kippst. Genau diese kleine Kippbewegung ist der Start des Reverse Crunch. Führe dieselbe Bewegung nun mit angehobenen Knien durch und führe das Einrollen so weit fort, bis sich dein Gesäß sanft vom Boden abhebt.

5-Minuten-Block für die unteren Bauchmuskeln

  1. Reverse Crunch: 12 Wiederholungen, 3 Sekunden kontrolliertes Absenken
  2. Dead Bug: 8 Wiederholungen pro Seite
  3. Reverse Crunch mit Pause am höchsten Punkt: 8 Wiederholungen
  4. Flutter Kicks: 20 Sekunden

30 Sekunden pausieren, danach den Durchgang einmal wiederholen.

Vorbereitung auf hängende Übungen

Der Reverse Crunch ist im Prinzip die Bodenvariante des hängenden Beinhebens mit Beckenkippung. Sobald du 3 Sätze à 15 langsame Wiederholungen sauber meisterst, kannst du die Übung auf einer Schrägbank ausprobieren und anschließend zum hängenden Knieheben übergehen. Die grundlegende Bewegung des Beckeneinrollens überträgt sich direkt eins zu eins.

Häufig gestellte Fragen

Verbrennt der Reverse Crunch gezielt Bauchfett am Unterbauch?

Er stärkt und strafft gezielt die unteren Bauchmuskeln. Fettabbau funktioniert jedoch ganzheitlich über ein Kaloriendefizit. Mehr dazu erfährst du im Guide über Bauchfett am Unterbauch.

Ist der Reverse Crunch schonend für den Rücken?

Im Allgemeinen ja, da der untere Rücken durch die Bodenauflage gut gestützt bleibt. Führe die Bewegung stets langsam und ohne Schwung aus.

Wie viele Reverse Crunches sollte ich machen?

Zwei bis drei Sätze mit 10 bis 15 sauberen, kontrollierten Wiederholungen reichen völlig aus.

Warum spüre ich die Übung nicht im Bauch?

Sehr wahrscheinlich holst du zu viel Schwung aus den Beinen. Verlangsame das Tempo und konzentriere dich ganz darauf, dein Becken aktiv nach oben abzuheben.

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