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Crunches richtig ausführen: Technik, Fehler & Varianten

Crunches richtig machen: Handhaltung, Bewegungsumfang, Tempo, die häufigsten Fehler bei Nackenschmerzen und effektive Varianten für dein Bauch-Workout.

Von Ayoub Farid · · 3 Min. Lesezeit

Der Crunch ist die bekannteste Übung für die Bauchmuskeln – und wohl auch diejenige, die am häufigsten falsch ausgeführt wird. Gute Crunches sind kurz, langsam und kontrolliert. Hier erfährst du, worauf es ankommt.

Crunches richtig ausführen

  1. Lege dich auf den Rücken, winkle die Knie an und stelle die Füße flach und hüftbreit auf den Boden.
  2. Lege deine Fingerspitzen locker an die Schläfen bzw. hinter die Ohren (oder verschränke die Arme vor der Brust).
  3. Halte zwischen Kinn und Brustbein immer etwa eine Faustbreite Abstand.
  4. Atme aus und rolle deinen Brustkorb in Richtung Becken ein, sodass sich deine Schulterblätter vom Boden heben.
  5. Halte die Spannung am obersten Punkt für eine Sekunde.
  6. Senke den Oberkörper langsam über etwa zwei Sekunden wieder ab.

Der Bewegungsumfang ist klein. Dein unterer Rücken bleibt fest am Boden. Wenn du dich komplett aufsetzt, ist das ein Sit-up (siehe Sit-ups vs. Crunches).

Häufige Fehler

FehlerLösung
Am Kopf ziehenNur Fingerspitzen anlegen oder Arme vor der Brust kreuzen
Kinn auf die Brust gepresstDen faustgroßen Abstand beibehalten
Mit Schwung arbeitenOben kurz stoppen und das Tempo drosseln
Zu weiter BewegungsumfangNur die Schulterblätter vom Boden abheben
Luft anhaltenBei der Aufwärtsbewegung gezielt ausatmen

Nackenschmerzen? Lies dazu mehr unter Nackenschmerzen bei Crunches.

Varianten

  • Leichter: Arme seitlich flach neben den Körper legen, kleinerer Bewegungsumfang
  • Schwerer: Arme über den Kopf strecken, Crunch mit Zusatzgewicht, Decline Crunch (auf der Schrägbank), Cable Crunch am Seilzug
  • Gezielt: Cross-Body-Crunches (seitliche Bauchmuskeln), Reverse Crunch (untere Bauchmuskeln), Toe Reach (obere Bauchmuskeln)

Sätze und Wiederholungen

Zwei bis drei Sätze mit 12–20 Wiederholungen. Sobald sich 20 Wiederholungen leicht anfühlen, mache die Übung schwerer, anstatt einfach 50 Wiederholungen abzuspulen. Siehe auch progressive Überlastung fürs Bauchmuskeltraining.

Sind Crunches schädlich für den Rücken?

Für die meisten gesunden Menschen sind kontrollierte Crunches völlig sicher. Einige Wirbelsäulenexperten empfehlen jedoch, Beugungen der Wirbelsäule bei sehr hohen Wiederholungszahlen zu begrenzen – besonders bei bestehenden Bandscheibenproblemen. Wenn dir Crunches Beschwerden bereiten, versuche Curl-ups oder teste ein Bauchmuskeltraining ohne Crunches.

Beanspruchte Muskeln

Der Crunch zielt vor allem auf den geraden Bauchmuskel (Rectus abdominis) ab, insbesondere auf den oberen Bereich, unterstützt durch die seitlichen Bauchmuskeln (schräge Bauchmuskeln). Da der Bewegungsumfang kurz ist und dein unterer Rücken auf der Matte bleibt, arbeiten die Hüftbeuger kaum mit. Das ist der wesentliche Unterschied zum Sit-up und der Grund, warum der Crunch den Bauch so gezielt isoliert.

Die perfekte Wiederholung, Sekunde für Sekunde

  1. 0 s: Ausatmen, Core leicht anspannen, Rippen nach unten ziehen
  2. 0–1 s: Den Brustkorb nach oben einrollen; Schulterblätter heben ab
  3. 1–2 s: Die Kontraktion am obersten Punkt halten, Bauch fest anspannen
  4. 2–4 s: Langsam und unter dauerhafter Spannung absenken
  5. 4 s: Die Schultern berühren gerade so den Boden, direkt in die nächste Wiederholung übergehen

In diesem Tempo dauern 15 Wiederholungen eine volle Minute – und du wirst deine Bauchmuskeln deutlich intensiver spüren als bei 30 schnellen Wiederholungen mit Schwung.

Progressionsstufen für den Crunch

LevelVariante
1Crunch mit Armen flach neben dem Körper
2Crunch mit Fingerspitzen hinter den Ohren
3Crunch mit vor der Brust verschränkten Armen und 2 Sek. Haltepause
4Crunch mit über den Kopf gestreckten Armen
5Crunch mit Zusatzgewicht (Hantelscheibe vor der Brust)
6Decline Crunch oder Cable Crunch

Steige auf die nächste Stufe auf, sobald du 3 Sätze à 20 Wiederholungen mit sauberer Technik schaffst. Mehr dazu unter progressive Überlastung fürs Bauchmuskeltraining.

Wo der Crunch ins Training passt

Der Crunch ist ein nützliches Werkzeug, aber kein komplettes Workout. Kombiniere ihn am besten mit einer Übung für die unteren Bauchmuskeln, einer für die seitlichen Bauchmuskeln und einer Stabilitätsübung – genau wie in unserem Bauchmuskeltraining zuhause.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Crunches am Tag brauche ich für ein Sixpack?

Keine bestimmte Zahl zaubert dir ein Sixpack. Zwei bis drei saubere Sätze in Verbindung mit Körperfettabbau bringen dich ans Ziel.

Sollte ich meine Füße irgendwo einklemmen?

Nein. Wenn du deine Füße fixierst, übernehmen automatisch deine Hüftbeuger einen Großteil der Arbeit.

Crunches oder Unterarmstütz (Plank)?

Beides. Sie trainieren unterschiedliche Funktionen der Rumpfmuskulatur. Siehe auch die besten Bauchmuskelübungen.

Verbrennen Crunches Bauchfett?

Nein. Mehr dazu unter dem Mythos der gezielten Fettverbrennung.

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